Frühjahrskur? Fasten?

Jeden Frühling von Neuem beschäftigen wir uns mit Frühjahrskuren, mit Entschlackung, Detox und einer gründlichen Reinigung. Geht es bei diesen Praktiken wirklich nur um eine körperliche Reinigung? Geht es, ähnlich wie beim Fasten, nicht doch um mehr?

Beim Fasten bin ich mir sicher, denn sowohl nach einer Fastenkur wie auch nach einem Meditationsretreat berichten die Menschen, dass sie Ruhe, inneren Reichtum, Zufriedenheit oder Dankbarkeit gefunden haben.

Aber warum stopfen wir uns so voll? Woher stammt dieser unstillbare Appetit, mehr zu konsumieren als wir brauchen? Es ist bestimmt nicht abwegig zu denken, dass der Mensch versucht, eine innere Leere zu füllen. Ich nehme mich nicht aus. Könnte der übermässige Konsum von Nahrung, von Genussmitteln, von materiellen Gütern oder von Medien ein illusorischer Versuch sein, Sinn zu finden, sich lebendig zu fühlen, oder zumindest die eigene Verletzlichkeit zu vergessen?

Ich kann mir vorstellen, dass es uns allen gut tut, von Zeit zu Zeit zu fasten. Etwas „Alltägliches“ wegzulassen, sei es Nahrung, Genussmittel, Materielles oder Medien, und den dadurch entstandenen Raum mit etwas zu füllen, das uns tief und nachhaltig nährt.

Ich wünsch uns allen die Kraft dazu!